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Standortfaktor Windrad - Windkraft-Rechner
Windrad-Standort berechnen - Rechner für Balkon-Windräder und Kleinwindanlagen nach Aufstellungsort und Umgebung.
Der Standortfaktor beschreibt, wie günstig die Windverhältnisse an einem bestimmten Ort sind. Der Referenzwert für einen sehr guten Standort sind 100 Prozent, für Kleinwindräder sind oft niedrigere Werte zu erwarten. Der Rechner berücksichtigt nur den Mikrostandort, also die örtliche Anströmung und Verwirbelungen am Aufstellungsort, nicht jedoch die allgemeine Windhäufigkeit und Windstärke der Region. Diese unterscheiden sich erheblich zwischen windarmen Binnenregionen und windreichen Küsten- oder Gebirgslagen.
Dieser Rechner eignet sich insbesondere für Kleinwindanlagen, kleine Windräder auf Dächern, Balkonen, oder in bebauten Gebieten. Er hilft bei der Abschätzung der örtlichen Windverhältnisse, von Windschatten und Verwirbelungen sowie der zu erwartenden Windausbeute. Bei Großwindanlagen werden aufwendige Windmessungen und Strömungssimulationen durchgeführt, während bei Kleinwindanlagen die örtlichen Gegebenheiten oft nur abgeschätzt werden können. Der Rechner liefert daher keine exakten Werte, sondern eine möglichst praxisnahe Schätzung der zu erwartenden Windverhältnisse. Die verwendeten Faktoren beruhen auf Erfahrungswerten aus der Windtechnik und sind nicht wissenschaftlich bestätigt. Das Ergebnis kann also der Orientierung für die Güte des Standortes dienen, aber nicht als genau so zu erreichender Wert. Der Standortfaktor ist ein Indiz unter mehreren, ob die Errichtung eines entsprechenden Windrades sinnvoll ist. Andere wichtige Punkte sind Akzeptanz und natürlich der Preis.
Wertetabellen
Dies sind die Werte, mit denen der Rechner intern arbeitet. Alle Werte sind Schätzungen und nicht als exakt zu verstehen. Die Berechnung besteht einfach in der Multiplikation der einzelnen Faktoren und 100 Prozent.
| Montageort | Faktor |
|---|---|
| Freistehender Mast | 1,00 |
| Ebenerdige Aufstellung | 0,95 |
| Dach | 0,90 |
| Dachkante | 1,00 |
| Balkon | 0,65 |
| Innenhof | 0,35 |
| Höhe relativ zur Dachkante | Faktor |
| 1 bis 2 m darüber | 1,05 |
| Auf Höhe der Dachkante | 1,00 |
| Mehr als 2 m darunter | 0,85 |
| Freie Anströmung | Faktor |
| 360° | 1,00 |
| 270° | 0,93 |
| 180° | 0,85 |
| 90° | 0,70 |
| 45° | 0,50 |
| Hauptwindrichtung | Faktor |
| In Hauptwindrichtung | 1,00 |
| Seitlich zur Hauptwindrichtung | 0,80 |
| Abgewandt von der Hauptwindrichtung | 0,60 |
| Abstand zur Wand | Faktor |
| Ausgesetzt (> 2 m Abstand) | 1,00 |
| In der Nähe einer Wand (0,5 - 2 m) | 0,85 |
| Direkt an Wand oder Brüstung (< 0,5 m) | 0,75 |
| Umgebung | Faktor |
| Freiland | 1,00 |
| Vorort | 0,90 |
| Stadt | 0,80 |
| Dichte Hochhäuser | 0,60 |
| Gebäudeecke | Faktor |
| Freistehende Gebäudeecke | 1,10 |
| Nahe einer Gebäudeecke | 1,05 |
| Keine besondere Lage | 1,00 |
Der Montageort beschreibt die grundsätzliche Lage des Windrades. Freistehende Masten bieten meist die besten Windverhältnisse. Balkone und Innenhöfe sind häufig durch Gebäude abgeschirmt und weisen stärkere Verwirbelungen auf. Windräder auf Dächern oder an Dachkanten profitieren oft von höheren Windgeschwindigkeiten.
Die Höhe relativ zur Dachkante spielt eine wichtige Rolle, da der Wind oberhalb von Hindernissen meist stärker und gleichmäßiger weht. Windräder unterhalb der Dachkante befinden sich dagegen häufig im Windschatten des Gebäudes.
Die freie Anströmung gibt an, aus welchem Winkelbereich der Wind das Windrad ungehindert erreichen kann.
Die Hauptwindrichtung beschreibt die Lage des Windrades zu den vorherrschenden Winden. In Mitteleuropa kommen die Winde meist aus Westen.
Der Abstand zur Wand beeinflusst die Luftströmung in unmittelbarer Nähe des Windrades. Direkt an Wänden, Brüstungen oder Fassaden entstehen häufig Wirbel und Turbulenzen, welche die nutzbare Windleistung verringern können.
Auch die Umgebung hat einen großen Einfluss auf die Windverhältnisse. Im freien Gelände ist der Wind meist stärker und gleichmäßiger als in Städten oder zwischen Hochhäusern. Gebäude, Bäume und andere Hindernisse bremsen den Wind.
Eine besondere Rolle spielen Gebäudeecken. Dort kann der Wind lokal beschleunigt werden, da die Luft um das Gebäude herum gelenkt wird. Gleichzeitig nehmen jedoch oft auch die Turbulenzen zu. Deshalb sind erhöhte Standortfaktoren an Gebäudeecken nur als Näherungswerte zu verstehen.

Beispiel einer Kleinwindkraftanlage an einem Hochhaus in München. Für den gezeigten Standort an der Südwest-Ecke eines Hochhauses auf halber Gebäudehöhe ergeben sich mit diesem Rechner geschätzte Faktoren von Balkon (0,65), Höhe unter Dachkante (0,85), freier Anströmung von etwa 270° (0,93), Hauptwindrichtung (1,00), Nähe zu einer Wand (0,85), städtischer Umgebung (0,80) und freistehender Gebäudeecke (1,10). Daraus ergibt sich ein geschätzter Standortfaktor von 38,4 %.
Zuletzt aktualisiert am 14.06.2026. Autor: Jürgen Kummer
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Abgerufen am 16.07.2026 von https://rechneronline.de/windkraft/standortfaktor.php